Der Einkaufs-Wahnsinn


Heute habe ich mir ein Handy gekauft, da in Korea keine GSM-Telefone funktionieren. Und wo macht man das hier am besten und günstigsten? Man fährt entweder auf den Yongsan Elektronik Markt (der größte Markt für Elektronik jeder Art auf der Welt, mit etwa 5000 Läden) oder in den TechnoMart (der ist etwas kleiner, aber mit 2000 Läden dennoch riesig). Da der TechnoMart wesentlich schneller von Bundang aus zu erreichen ist, hab ich mich also dorthin aufgemacht. Nach nur 2 mal umsteigen und 50 min Fahrzeit bin ich dann davorgestanden. Ein riesiger Einkaufstempel. Und als ich drinnen war ist mir die Kinnlade etwa auf Knieniveau geklappt, so groß war das Ganze. Aber seht auf den Bildern selbst.

Im Erdgeschoss gibt es Spielhallen ohne Ende und eine ganze Reihe an Läden für Kosmetik (was die da suchen hab ich nicht ganz verstanden, vielleicht kann der technikbegeisterte Koreaner da seine Frau abgeben, wie im Kinderland?). Im 1. Stock geht es dann richtig los. Hier gibt es 3 Stockwerke nur mit kleinen Läden (eigentlich ja Ständen, die aus einem Verkaufstresen und einigen Schränken als Lager im hinteren Bereich bestehen) für Digitalkameras, MP3-Player und Flachbildfernseher. Darüber dann ein Stock voll mit Handys. Und darüber dann wieder 2 Stockwerke PCs und Bauteile. Weiter oben dann noch 2 Stöcke mit CDs, DVDs, Computerspielen usw. Ganz oben dann noch ein großes Multiplexkino und eine Aussichtsplattform. Naja, wie gesagt ich wollte ein Handy, was sich als durchaus schwierig herausstellte, da auf dem ganzen Stock mit den Handyläden (bestimmt an die 300) ein englischsprechender Verkäufer gefunden werden musste. Dann wollte ich ja nicht arm werden und nur ein gebrauchtes Telefon erstehen, was die Sache dann nochmals etwas komplizierter machte. Eine halbe Stunde später hatte ich dann bestimmt 50 Läden durch, entweder sprach man kein Englisch oder die waren zu teuer. Irgendwann hab ich nen netten Verkäufer gefunden, der ein wenig (auf typisch Koreanische Art durch zeigen mit Daumen und Zeigefinger signalisiert, wobei da viel Understatement mitspielt) Englisch konnte. Schnell war auch ein Telefon gefunden, das aber preislich noch etwas hoch lag, also war ein wenig Feilschen angesagt. Ich habs dann im Endeffekt für 60000 Won (bißchen weniger als 50 Euro) gekriegt. Woebei ich gar nicht wissen möchte, was ein Koreaner da noch rausgehandelt hätte. Das Ding ist ein Jahr alt und hat ne VGA-Kamera, Farbdisplay und auch sonst noch ne Menge Schnickschnack, den ich nicht brauchen werde, aber den die Asiaten lieben. Jetzt muss ich mir nur noch morgen einen Prepaid-Zugang (SIM-Karten gibt es hier nicht, die Nummern sind mit den Telefonen verbunden) beschaffen, mal sehen ob da einer Englisch kann.

Ach ja, ich hab noch ein Paar Fotos von Ori/Bundang (da wohne ich) geschossen. Das Haus, in dem sich meine Wohnung (mit 671 weiteren) befindet, heißt PosVille. Und nein, das Bild mit den vielen Türen, das ist kein Gefängnis, das ist der Flur auf dem ich wohne. Sieht ziemlich trist aus, dafür machen die hochmodernen Türschlösser (zu öffnen per PIN, Kontaktloser Chipkarte oder ganz profan per Schlüssel) beim öffnen uns schließen lustige Musik.

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