Sightseeing in Seoul

Heute habe ich mich mal auf Sightseeing Tour in Seoul (Bilder gibt es auch schon) begeben und mir die historischen Paläste angesehen. Erstmal ging es mit der U-Bahn zum Sejong Art Center. Dort hab ich mir dann die Statue von Yi Sun-sin angeschaut, das ist sowas wie der koreanische Lord Nelson, er hat die Japansische Flotte besiegt. Gleich daneben ist das Kyobo-Building, da drin ist u.A. der größte Buchladen Koreas. Und der ist wirklich groß, man könnte bestimmt ein mittleres deutsches Kaufhaus mit den Büchern dort ausfüllen. Dort war unglaublich viel los, es war teilweise kaum ein Durchkommen zwischen den Regalreihen. Danach erstmal ein Mitagessen in einem typisch koreanischen Restaurant, KFC nämlich (das war kein Witz, hier stolpert man wirklich bald an jeder Ecke über einen KFC).

Nächster Programmpunkt war das Gwangwhamun-Tor (das Tor ist eigentlich doppelt, denn “Mun” heißt Tor). Auf dem Weg dorthin kam ich dann noch am Regierungsgebäude und am Außen- und Handelsministerium vorbei, die sehr gut bewacht waren, überhaupt war relativ viel Polizei mit Schilden und Schlagstöcken unterwegs, keine Ahnung was der Grund dafür war. Am Gwangwhamun angekommen hatte ich großes Glück, dass genau zu der Zeit der Wachwechsel stattfand, so dass ich dieses Schauspiel anschauen konnte. Davon gibt es sogar ein kleines Video (16MB, Quicktime-Format), allerding ist die Qualität etwas mau. Das Gwangwhamun ist das Tor zum Gyeongbokgung Palast, dem Hauptpalast der Cheoson-Dynastie. Er wurde zwar mehrmals zerstört, aber er wurde wieder aufgebaut. Der Eintritt war mit 3000 Won (etwa 2,50 Euro) echt günstig, also hab ich mir das Ganze von innen angesehen. War schon richtig imposant. Irgendwann haben mich vier koreanische Schüler angesprochen, ob sie mir für die Schule ein paar Fragen stellen durften. Natürlich wieder die üblichen Fragen hier (Woher? Wie lange schon da? Wie schmeckt das Essen?…), aber waren sehr nett.

Nach dem Gyeongbokgung-Palast bin ich dann in die U-Bahn um zur City-Hall zu fahren, da liegt nämlich ein anderer Palast, der Deoksugung-Palast. Eigentlich war die U-Bahn Fahrt unnötig wie ein Kropf, denn sie dauerte 15 Minuten mit Umsteigen. Später bemerkte ich, dass die City-Hall nur 500m vom Kyobo-Building entfernt ist, in der Zeit wäre ich da also auch locker zu Fuß hingekommen. Der Deoksugung ist etwas kleiner und diente nur als Ausweichpalast während der japanischen Besatzung. Eintritt war hier nur 1000 Won, also nichts wie rein. Die Palastanlage war auch sehr schön, aber wesetlich weniger imposant als der Gyeongbokgung. Allerdings gab es hier noch mehr zu sehen, nämlich das Seokjojeon-Gebäude (hier wurden Anfangs des 20. Jahrhundert ausländische Delegationen empfangen) und das National Museum of Contemporary Art. Im Seokjojeon war grade eine Ausstellung von traditionellen Handwerksarbeiten mit modernen Formen zu sehen. Absolut der Wahnsinn, was die Handwerker hier aus Lack und Perlmut alles machen können. Hier gab es Schatullen mit filigransten Einlegearbeiten aus Perlmut, wunderbare Tischchen aus Lack und extrem schlicht und modern gestaltete Tee-Gedecke.

Danach bin ich noch ins Museum of Contemporary Art gegangen, aber ich muss sagen, dass mir die zeitgenössische koreanische Kunst nicht so viel sagt. Das meiste waren schwarzweiße Kaligrafien oder Ähnliches. Die Gemälde waren ganz schön, aber wesentlich weniger “modern” als wir es in Europa gewohnt sind, sie waren außnahmslos gegenständlich.

Nach diesen ganzen Stationen waren meine Beine fix und alle und ich hab die U-Bahn geschnappt und bin heimwärts gen Bundang gefahren.

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