Autos, Reis und Hightech - Ausstellungsbesuche im Coex

Dieses Wochenende findet im Coex (Convention&Exhibition Center) in Seoul die CarLife Ausstellung statt. Im Vorfeld wurde bei uns in der Abteilung Werbung dafür gemacht, weshalb wir dann planten da auch hinzugehen. Die Ausstellung sollte eine Art Tuning und Autozubehör-Show sein. Unser koreanischer Kollege Mr. Kim wollte auch da hin (halb dienstlich, um Informationen über neue Trends zu sammeln), also verabredeten wir, uns zuvor zum Mittagessen zu treffen und dann gemeinsam hinzufahren. Dort angekommen waren wir erst etwas enttäuscht, denn die Ausstellung war wesentlich kleiner als wir dachten. Aber es gab doch einige sehr hübsche Autos und auch ein paar nette koreanische Models, die sich auf, in und neben den Fahrzeugen räkelten. Eigentlich brauchte man nur zu schauen, wo eine Meute von bestimmt 30 ode 40 Fotografen um einen Wagen standen, dann konnte man sicher sein, dass dort auch ein Model war. Gleich am Eingang stand ein sehr hübscher Lamborghini Murciellago, nebst zwei Models. Ein koreaner war die ganze Zeit damit beschäftigt, im Wagen am Gaspedal zu spielen und die Drehzahl hochzujagen. So impossant der Sound und das Aussehen des Wagens war, so erbärmlich stank er auch nach Abgasen. Auch die anderen Autos waren nicht schlecht, eine neue S-Klasse von Mercedes, eine Dodge Viper, ein McLaren SLR und noch einige getunte asistische Sportwagen wie Tuscani oder Toyota Supra standen rum. Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte. Die anderen Dinge die ausgestellt wurden, waren teilweise wirklich witzig. Es gab biocodierte Plastikstäbchen für den Tank, die den Verbrauch angeblich um 50% senken, es hatte auch Injektorreinigungstabletten für Diesel (Mr. Kim meinte der Injektor wäre danach schon sauber, aber eher deshalb, weil er verstopft und ein neuer gekauft werden muss), Spannungsstabilisatoren für die Batterie usw. Ein Teil war aber auch eher konventionelles Tuning-Zubehör wie Spoiler, Rückleuchten, Endrohrer usw. Nach zwei Stunden sind wir dann weitergezogen, da wir alles gesehen hatten.

Durch Zufall entdeckten wir, dass auch noch andere Ausstellungen stattfanden, also gingen wir erstmal in die “Rice and Fermented Food Expo”. Dort gab es Reis in allen Sorten, Formen und Darreichungsformen. Wir waren etwas enttäuscht, dass wir im Bereich der fermentierten Nahrungsmittel keinen einzigen Stand mit Kimchi (vermutlich gibt es eine ganze Messe extra für den Kimchi) gefunden, aber dafür jede Menge andere scharfe Gemische von Gemüse, Fisch, Meeresfrüchten usw. die sehr beliebt als Side-dishes sind. Wir mussten als Westler überall probieren, denn das Standpersonal wollte hören, wie uns ihre Produkte schmecken und ich muss zugeben es war alles wirklich lecker. Das absolute Highlight war, als wir Onion-Jam, also Zwiebelmarmelade, probieren sollten. Wir hatten ja schon die schlimmsten Befürchtungen hinsichtlich des Geschmacks, aber das Zeug war wirklich klasse, zwar nicht vom Aussehen her, aber vom Geschmack. Es schmeckte ähnlich wie Apfelmarmelade, es war wohl sehr viel Zucker drin.

Nachdem wir uns durch die ganze Messe probiert hatten, gingen wir dann noch zur “FutureTech Korea 2005″. Diese Messe soll die Ergebnisse eines neuen Programms des Vize-Premierministers für Wissenschaft und Technologie demonstrieren. Allein die Existenz dieser Position innerhalb der Regierung zeigt, dass Korea sehr technikgläubig ist und alles darauf ausrichtet durch technologische Überlegenheit am Weltmarkt Wohlstand und Wachstum zu erreichen. Ausgestellt waren Exponate aus fast allen Bereichen der modernen Technologie. Angefangen von Robotern, die Serviceaufgaben übernehmen oder Getränke servieren, über Plasmafernseher, Mobilfunk der 4. Generation (der Nachfolger von UMTS), der ganze Filme in HDTV übertragen soll, Fahrzeuge mit Brennstoffzellen oder Hybridantrieben, Kernkrafttechnologie, Nanotechnologische Werkstoffe, Gentechnik (besonders witzig: gentechnisch veränderter Chili) usw. Das ganze war sehr faszinieren und man konnte teilweise die neue Technologie wirklich schon anfassen.

Gegen 6 Uhr waren wir dann fertig und sind mit Mr. Kim im Foodcourt der Coex Mall (eine riesige Einkaufspassage im Coex) zum Essen gegangen. Danach sind wir wieder nach Ori gefahren und haben in der Wa-Bar (unsere Lieblingskneipe) zusammen mit ihm noch ein paar Bierchen getrunken und uns bis nach Mitternacht mit ihm unterhalten. Es war wirklich sehr interessant, ein paar Einblicke in die koreansiche Gesellschaft von jemanden zu bekommen, der selbst von sich sagt, dass er ein absolut untypischer Koreaner ist.

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