Kalter Schnee und heiße Rhythmen

Nach meinem etwas erfolglosen Shopping-Abenteuer wollten wir Abends noch zusammen mit Marco, dem Kollegen aus Daejon, den wir schon in Gangnam getroffen hatten noch nach Hongdae um dort die Clubs unsicher zu machen. Als wir uns also auf den Weg zum Bus nach Seoul machten, stellten wir fest, dass es einigermaßen heftig zu schneien begonnen hatte. Immerhin das Wetter scheint sich also von der allegenwärtigen Weihnachtsmusik beeindrucken zu lassen und sorgt für die passende Stimmung. Die letzten Tage war es ja schon bitterkalt, aber trocken. Nun fiel also die erste weiße Pracht dieses Winters vom Himmel. Die erste Auswirkung des Schnees, die wir zu spüren bekamen, war die Tatsache, dass der Busfahrer seeehr vorsichtig fuhr und die Fahrt so etwas länger wurde (interessanterweise gab es außnahmsweise keinen Stau, warum auch immer). Irgendwann waren wir dann in Jamsil angekommen (eigentlich wollten wir ja weiter, aber leider haben wir den falschen Bus genommen, Linie 1005-1 ist eben nicht Linie 1005 :-)) Nach einer 45minütigen Bahnfahrt waren wir dann in Hongdae angekommen. Hongdae ist das Gebiet um die Hongik Universität, dort ist eine sehr hohe Dichte von Bars, Clubs usw. vereint. Erstmal sind wir in einen “Hof”, das ist eine koreanische Spezialität. Dort gibt es sehr günstiges Fassbier, aber man muss unbedingt etwas zu essen dazubestellen, dessen Qualität und Quantität sehr stark schwankt. Aber da wir alle noch Hunger hatten, war das genau der richtige Ort für uns. Frisch gestärkt ging es dann auf ins M2, den wohl angesagtesten Nicht-HipHop Club Seouls. Dort wird Techno und Progressive-House gespielt, also ganz meine Wellenlänge. Der Club war als wir ankamen sehr voll, aber nicht überfüllt, genau richtig. Dort trafen wir mal wieder durch Zufall einen Kollegen von Bosch, wie könnte es auch anders sein. Später trafen wir dann noch auf Kurt, einen Dänen, der wirklich etwas schräng drauf war, aber sehr nett. Michael hatte ihn schon vor ein paar Wochen dort kennengelernt. So tanzten wir die ganze Nacht durch, bis wir uns dann um halb 6 auf den Weg nach Hause machten. Um halb 8 war ich dann zu Hause und habe mich erstmal ins Bett gelegt…

Um 14 Uhr bin ich dann wieder aufgewacht und konnte die verschneite Umgebung hier bewundern. Alles war mit einem leichten weißen Zuckeguss überzogen und auf den Straßen waren mächtige Staus, da die Einheimischen hier wohl auch nicht so mit diesem Wetter vertraut sind. Lustig war auch, dass man keinen Winterdienst auf den Straßen sah, was uns schon auf der Heimfahrt im Bus aufgefallen ist. Die Straßen, selbst die Expressways, waren nicht geräumt. Der Schnee wird uns wohl die nächste Zeit erhalten bleiben, da die Wettervohersage für die nächsten Tag Temperaturen weit unter 0° ankündigt, wenn auch kein weiterer Schnee mehr fallen soll. Ich lasse mich überraschen, denn unser Kollege Mr. Kim, mit dem wir die CarLife Show besucht hatten meinte neulich, dieses Jahr solle sehr schneereich werden, wenn es nach den Meteorologen ginge. Na dann…

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