Es Weihnachtet

In der letzten Zeit war ich etwas faul, was das bloggen angeht, aber hier noch die Nachräge für das letzte Wochenende…
Am Samstag war ich in Seoul unterwegs um den, vom Lonely Planet Reiseführer beschriebenen “between the palaces walk”, eine nette “Wanderung” durch die klare kalte Winterluft zu machen, die in der Nähe von Gyeongbokgung, die an traditionellen Geschäften vorbei zu einem Aussichtspunkt mitten in einem Viertel mit traditionellen Häusern führen soll. Leider war ich entweder zu blöde den beschriebenen Anfang zu finden, oder die Beschreibung ist einfach schon zu alt. Ich bin dann einfach so auf gut Glück in die Richtung gestiefelt und auch mitten in einem Viertel von traditionellen einstöckigen Häusern angekommen, aber von Aussichtspunkt kann man da nicht sprechen, man sah außer den Häusern nicht viel. Die Gebäude waren sehr schön und die Bewohner müssen wohl einigermaß wohlhaben sein, wenn man die Grundstückspreise in Seoul kennt. Auf dem Rückweg bin ich dann noch an einem ganz witzigen Tibet-Museum (eigentlich ein Museumchen) vorbeigekommen. Da es momentan in Korea ziemlich kalt ist, stand mir der Sinn nach Indoor-Sightseeing, also Museum.

Apropos kalt, es ist schon krass wenn man in Seoul überall Mädels und junge Frauen in Miniröcken sieht, bei diesen Temperaturen. Da wird es einem ja schon beim Hinsehen kalt, unglaublich. Die Koreanerinnen müssen entweder sehr kältunempfindlich sein, oder sie liegen nachdem sie so unterwegs waren tagelang erkältet flach, was auch immer. Aber Fashion steht hier bei der Damenwelt eben hoch im Kurs.

Aber zurück zum Museum. Da ich schon in der Nähe war, entschied ich mich ins Korean Folk Museum beim Gyeongbokgung Palast zu gehen. Als ich da ankam, kam mir vor dem Eingang aber schon einer der Sicherheitsmenschen entgegen “We’re closing…”. Hallo? Es war 16.45 Uhr an einem Samstag in Seoul und das Museum schließt. Ewas frustriert und leicht frierend machte ich mich also wieder auf den Weg. Etwas warmes musste her, koste es was es wolle. Also nichts wie rein in einen der omnipräsenten Starbucks und einen leckeren Grande Caramel Mocha bestellt, der zwar mehr als ein normales Mittagessen kostet, aber mit 5.300 Won eigentlich preislich wirklich noch OK war und doch eine schöne Abwechslung nach dem hier sonst üblichen Instant-Kaffee darstellte.

Nachdem ich mich dort wieder aufgewärmt hatte war es draußen auch schon dunkel geworden und ich war etwas verblüfft: Überall waren die Bäume usw. mit Lichterketten geschmückt, alles glitzerte. Es wurde also in ganz großem Maßstab auf Weihnachten gemacht. War schon etwas überraschend, aber für solche Sachen scheinen die koreaner sehr empfänglich zu sein. Also bin ich einfach noch ein bißchen so durch die City geschlendert. Irgendwann kam ich an der City-Hall an, wo eine Mischung aus Demonstration und Konzert stattfand. Eine Menge Menschen waren da mit Kerzen versammelt und sangen mit einer Schar auf der Bühne irgendwelche Lieder. Was das genau war weiß ich nicht, die einen meinten was Religiöses, die anderen sagten das sei eine Demo für Menschenrechte in Nordkorea. Das hab ich mir dann auch noch ein bißchen angeschaut, dann war mir aber wirklich kalt und ich hab mir am Namdaemun den nächsten Bus nach Ori geschnappt und mich auch den Heimweg gemacht.

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