Der eiskalte Gipfel

Heute war ich auf dem Seoul Tower. Der war eine ganze Zeit geschlossen, wegen Renovierung usw. und wurde am 9.12. dann wieder eröffnet. Und weil zu einem neuen Aussehen auch ein neuer Name gehört, heißt da Ding nun “N Seoul Tower“. Das “N” steht für “new” und soll das neue symbolisieren. Es wurden wohl mehr als eine Million Euro in die Renovierung gesteckt, und wirklich alle neu gemacht. Aber erstmal der Reihe nach. Nachdem ich in Myeongdong aus dem Bus raus war, bin ich erstmal an der Myeongdong Catholic Cathedral vorbeigekommen, eine der größeren Kirchen in Seoul. War ganz witzig, denn vor der Kathedrale war eine extrem kitschige (Koreaner lieben das!) Weihnachtskrippe aufgebaut, mit allem was so dazu gehört. Anschließend habe ich mich dann an den Aufstieg zum Namsan (der aufmerksame Leser weiß mittlerweile, dass “san” immer auf einen Berg hindeutet), einen Berg mitten in Seoul, auf dem der Fernsehturm steht. Das Ganze ist vom Namsan-Park umgeben, der sich den Berg hinaufzieht und eine der grünen Lungen Seouls ist. Ich wollte unbedingt zu Fuß durch den Namsan-Park hoch, was aber keine so gute Idee war. Es ist nämlich bitterkalt geworden. Wir hatten heute -11°C in Seoul und dazu noch einen recht starken Wind, der die gefühlte Temperatur auf unter -20°C gedrückt hat, nicht witzig das. Der Weg zum Gipfel des Namsan, den ich genommen habe, war wohl nicht der Kürzeste, denn er führte um den halben Berg herum und dauerte fast eine Stunde. Total durchgefroren kam ich dann oben am Turm an.

Weil er neu eröffnet war, gibt es grade vergünstigte Eintrittpreise, so dass ich für extrem günstige 3500 Won auf die Aussichsplattform, die 130m über dem Boden liegt, fahren konnte. Das ganze dauert nur 24 Sekunden, und schon steht am in der wirklich sehr schön eingerichteten Aussichtsplattform. Und der Blick von dort entschädigte wirklich für den Weg und die Kälte. Man hatte einen wahnsinnigen Blick über ganz Seoul. Von hier oben kann man erstmal sehen, wie groß die Stadt wirklich ist, Wahnsinn. Das ganze hab ich natürlich in Bildern festgehalten, aber teilweise waren die Scheiben leicht zugefroren und auch nicht die allersaubersten, so dass die Bilder etwas unscharf sind.

Ich bin eine ganze Weile oben geblieben, wo es auch ein sehr nettes Café gibt, in dem ich mir einen großen Cappuccino gegönnt habe, der auch sehr günstig war, keine Spur von Touristenpreisen. Irgendwann habe ich mich dann wieder auf de Boden der Tatsachen begeben und hatte so gar keine Lust mehr noch länger in der Kälte rumzulaufen, also habe ich für den Weg runter die Seilbahn, die von Myeongdong zum Gipfel des Namsan führt genommen. Und dann nichts wie ab in die U-Bahn zur City-Hall um dort den nächsten Bus zu schnappen. Erstaunt musste ich dort feststellen, dass inzwischen die 2. Stufe der Weihnachtsdekoration gezündet worden sein muss, denn alles leuchtet noch heller, noch bunter und wirklich jeder Baum an den Straßen, ist nun mit Lichterketten verziert. Dummerweise war gerade Rush-Hour, so dass ich doch noch ein ganzes Weilchen auf den Bus warten musste, bei -14°C… Aber das soll ja abhärten ;-)

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