Weihnachtsfeier auf Koreanisch

Am Freitag hatten wir (d.h. alle Engineering Abteilungen von Bosch in Korea) unsere Weihnachtsfeier (heißt hier Religionsneutral “Year End Party”) in einem recht edlen Hotel in Gangnam. Der Ablauf ist etwas anders als die in Deutschland üblichen Weihnachtsfeiern, denn hier standen die Familien der Angestellten im Mittelpunkt uns fast jeder brachte seinen Partner und die Kinder sofern vorhanden zur Feier mit. Zuerst gab es einen Empfang mit Cocktails und Wein, an den sich dann eine etwas längere Rede der Geschäftsleitung anschloss, in der alle personellen Veränderungen aufgezählt wurden und die erreichten Ziele des Jahres nochmals erwähnt wurden. Dies scheint hier wie mir gesagt wurde Tradition zu sein. Im Anschluss wurde dann das Buffet (extrem viel und lecker!) eröffnet und der gemütliche Teil des Abends begann. Im Anschluss an das gemeinsame Essen gab es dann eine Zaubershow eines koreanischen Magiers, der aber sehr westliche Kunststücke vorführte (gibt es eigentlich eine spezielle asiatische Art der Show-Zauberei?). Danach hieß es dann selbstmachen und nicht nur zuschauen, denn es wurden einige Spiele gespielt. Angefangen damit, dass es darum ging in fünf Minuten den höchsten Jenga-Turm zu bauen (alles Ingenieure hier, da gab es dann schon wilde Konstruktionen), dann wurde ein Kinderpuzzle auf Zeit gelöst (da waren natürlich die Anwesenden mit kleineren Kindern stark im Vorteil). Zum Abschluss wurde Fussball-Bingo (wie normales Bingo, nur mit Fussballmanschaftsnamen statt Zahlen) gespielt, und wie bei jedem Spiel gab es auch hier Preise. Zum Abschluss gab es dann, wie es hier wohl bei Firmenfeiern üblich zu sein scheint, noch eine Verlosung und man konnte so tolle Dinge wie Reiskocher, Luftbefeuchter, Elektrogrills und Flüge nach Jeju gewinnen, leider war mir das Glück nicht hold. Und dann kam wieder was sehr koreanisches: Das Ende der Veranstaltung. Kaum ist das Programm auf der Bühne zu Ende, stehen alle auf uns verlassen beinahe fluchtartig den Raum, warum auch immer.

Da es noch relativ früh war sind Michael, Nils und ich dann noch ein bißchen ins Nachtleben von Gangnam eingetaucht, d.h. erstmal in eine nette Bar. Als wir die dann verliesen wurden wir von zwei Koreanern angesprochen, die meinten uns zu kennen. Tatsächlich arbeitet der eine der beiden mit uns im selben Büro, nur als Vertriebler. Sie wollten unbedingt, dass wir sie begleiten, was wir gerne taten. Also gings auf in das XXXX, einen kleinen Hiphop-Club (die beiden meinten, wir wären sowas wie ihre Eintrittskarte da, weil sie allein noch nie reingekommen seien). Der Club war ganz nett, recht übersichtlich aber die Musik war Ok (auch wenn ich HipHop nicht so mag). Irgendwann gegen 1 Uhr nachts hat dann den DJ der Teufel geritten und er hat Weihnachtsschnulzen (sogar das unsägliche “Last Christmas”!) aufgelegt, was die Dancefloors leerfegte. Irgendwann hat er’s wieder gerafft und sein Programm umgestellt, aber die Stimmung war irgendwie im Eimer. Um 2 Uhr mussten wir dann alle auch zum letzten Bus, was uns dann auch nicht soo schwer fiel. Alles in allem war der Abend aber wirklich schön, schade dass nicht bald wieder “Year End Party” ist ;-)

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