Hoch hinaus - Yeouido

Gestern hat es mich nach Yeouido gezogen. Yeouido ist eine kleinere Insel im Hangang in Seoul und gleichzeitig das Finanzviertel der Stadt. Gleich wenn man aus der U-Bahn rauskommt findet man sich zwischen Hochhäusern wieder und nach wenigen Schritten steht man vor der Seouler Börse der Heimat des Kospi-Index. Mein eigentliches Ziel war aber das 63 Building, ein Wolkenkratzer am nordöstlichen Zipfel der Insel gelegen. Der Name rührt daher, dass das Gebäude 63 Stockwerke hat (aber dabei wurde geschummelt, davon sind nur 60 überirdisch) und misst knappe 250 Meter. Es beherbergt die Daehan Life Insurance und hat im 60. Stock eine schöne Aussichtsplattform. Bis 2002 war es da höchste Haus in Seoul, heute ist es nur noch die Nummer 3, aber immer noch das höchste Geschäftshaus, denn die beiden anderen sind Wohnhäuser. Wenn man sich dem Gebäude nähert, liegt es leicht golden glänzend vor einem, aber man sieht es wenn man von Yeouido her kommt nicht unbedingt sofort, denn es ist von ganz respektablen anderen Häusern umgeben. In weniger als 90 Sekunden brachte der Lift mich dann bis ganz nach oben. Von der Aussichtsplattform hatte man einen ganz guten Blick auf Seocho, Gangnam und bis nach Incheon im Südwesten rüber. Man sah zwar nicht ganz so weit wie vom N Seoul Tower (dazu fehlte der Berg), aber man konnte andere Gebiete sehen, die man vom Namsan aus nicht unbedingt sehen konnte.

Nachdem ich die Aussicht von dort oben genossen hatte machte ich mich auf den Weg zu meinem zweiten Ziel auf Yeouido, dem Gebäude der koreanischen Nationalversammlung, das etwa 2km vom 63 Building entfernt ist. Der Weg dorthin war sehr schön, denn er führte mich ein Stücl durch den Yeouido Park, wo ich die wärmende Sonne eine Weile genoss (der Wind war nämlich mal wieder recht kalt). Wenig später kam ich dann an der Yuido Full Gospel Church vorbei, der größten Kirchengemeinde der Welt. Der dort ansässige Pastor schart anscheinend beinahe 750.000 Gläubige um sich, aber die passen nicht alle in die Kirche, da ist “nur” für 10.000 Platz. Solche Mega-Churches sind anscheinend in Korea nicht ganz selten, denn es soll hier noch einige geben. Seither dachte ich immer, dass das ein Phänomen ist, das man hauptsächlich in den USA antreffen kann.

Nach Park und Mega-Church kam ich dann an der Nationalversammlung an. Das Gebäude ist irgendwie eine Mischung aus Kapitol und Reichstag, aber doch wieder ganz eigen. Vor dem Gebäude waren wieder die üblichen Hundertschaften Polizei am patrulieren, aber das ist hier vor Regierungsgebäuden üblich.

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