Ein Palast und die Berliner Mauer in Seoul

Es gibt Dinge, die man so nicht unbedingt erwarten würde. Zum Beispiel, dass man mitten in Seoul über ein Stück Berliner Mauer stolpert. Gut, ich bin nicht direkt darüber gestolpert, sondern ich wusste dass es dort ist…Genauer gesagt, ich wusste wo ich danach suchen muss. Mitten in Downtown Seoul, genauer gesagt an der Kreuzung von Cheonggyecheon (dem frisch restaurierten Fluss von der City-Hall bis hoch nach Dongdaemun) und der Samilro. Dort findet sich der Berliner Platz. Dort stehen 3 Segmente der Berliner Mauer, eine original Berliner Straßenlaterne und ein paar originale Parkbänke. Das ganze ist eine Spende der Stadt Berlin und steht dort seid Oktober. Wirklich witzig, wenn man Bedenkt, dass in Berlin nicht mehr viel von der Mauer zu sehen ist.

Mein eigentliches Ziel war aber der Changdeok Palast, einer der Hauptpaläste der Jeoson-Dynastie. Der Palast kann nur mit einer geführten Tour besucht werden, weshalb man etwas auf die Zeit achten sollte, um eine englische zu erwischen. Das Interessante an diesem Palast ist, dass es nicht nur der Palast selbst ist, sondern auch der Secret Garden, in dem der König sich vom regieren ablenkte. Der Palast selbst ist von der Größe und der Gestaltung her dem Gyeongbokgung sehr ähnlich. Hier gibt es jedoch auch einige Dinge zu sehen, die über die reinen Gebäude hinausgehen, z.B. die Sänften und Fahrzeuge (einen Cadillac und einen Daimler (nicht Benz, sondern die englische Marke gleichen Namens) von um 1910) des Königs.

Der Secret Garden ist ein schöner Park, der von vielen Bäumen bewachsen ist und einige wirklich sehr schöne Gebäude und Teiche bietet. So findet sich hier die Bibliothek des Königs und auch sein persönlicher Angelpavillion an einem schönen Teich mit einer Insel in der Mitte. Ein weiterer sehr interessanter Punkt in dem Park sind einige sehr alte Bäume, so z.B. ein 1000 Jahre alter Baum, der aber im absterben begriffen ist und nur noch aus einem einzigen lebendigen Ast besteht und ein 750 Jahre alter Wacholder, der in der Form sowohl einem Drachen als auch einem Affen ähnenln soll.

Auf dem Rückweg bin ich dann noch an der Jongno am Bosingak (Pavillion mit der Stadtglocke, die zum Neujahr 33x geschlagen wird, daher auch der Name Jong-no nämlich Glocken-Strasse) vorbeigegangen und den wundervoll beleuchteten Cheonggyecheon zurück zur City Hall entlangegangen.

1 Kommentar


  1. Hallo Ralf, hab gerade deinen Web-Blog entdeckt. Da ich im Februar ebenfalls ein Praktikum bei Bosch in Korea beginne ist natürlich alles was du in deinem Blog berichtest super interessant für mich. Wenn du Lust und Zeit hast kannst du mir ja mal eine Email schreiben. Würd gern Wissen was du genau bei Bosch machst und wo genau du arbeitest. Also, würd mich freuen von dir zu hören.